If I had a Disruptor

Als Kind hab ich immer gerne Western geschaut. Und SciFi. Kampfstern Galactica, UFO, Mondbasis Alpha 1 und natürlich Raumschiff Enterprise lassen mich heute noch in Kindheitserinnerungen wühlen.

Eine davon ist, dass ich echte Angst vor den klingonischen Disruptoren hatte. Die waren nämlich grausam, denn sie töteten nicht nur, sie löschten aus. Wurde ein Cowboy von einem Indianerpfeil durchbohrt, rief er „aaaaah“, fiel mit einem spektakulären Stunt vom Pferd und war tot. Eine vom Disruptorstrahl getroffene Person hingegen verschwand. Löste sich auf. *Puff*, weg, einfach ausgelöscht. Als hätte sie nie existiert.

Dem Cowboy wurde das Leben genommen, dem Disruptor-Opfer die Existenz.

Gestern abend hätte ich mir so einen Disruptor gewünscht. Für die neuen Mieter im Haus gegenüber.
Eines der Dinge, die ich an unserer Wohnung so unglaublich schätze ist, dass wir wunderbarste Hofruhelage haben. Man öffnet morgens oder abends die Fenster und wird von Vogelgezwitscher und Blätterrauschen begrüßt. Kein Straßenlärm, keine Autoabgase, kein Gehupe. Gut, hie und da gibt es randalierende Maturanten, aber im Grunde war es immer friedlich. Genau: war.
Die neuen Mieter im Haus gegenüber nämlich, die haben auch einen Balkon. Und weil das Wetter jetzt mitspielt, nutzen die den natürlich auch. Wogegen ja im Prinzip nichts einzuwenden ist. Aber gestern, das war mutwillige Zerstörung der Innenstadt-Idylle: Aus der auf den Balkon mitgebrachten Beatbox dröhnte unsäglich lästiger BlingBling-ArschTittenWackel-Pop-R’n’B und die gleich daneben sitzenden Damen passten natürlich die Lautstärke ihres Geschnatters an die der Musik an; umgekehrt wäre ja auch langweilig.

So ein Disruptor wäre da die perfekte Lösung gewesen: *Puff* und Ruhe.

Einen Kommentar schreiben